Warum Männer ihre Fruchtbarkeit testen sollten
Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, richtet sich der Blick häufig zuerst auf die Frau. Dabei zeigt die Forschung ein ganz anderes Bild: In etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit beim Mann, und bei weiteren 20 bis 30 Prozent tragen beide Partner zur Problematik bei. Trotzdem zögern viele Männer, sich testen zu lassen - oft über Jahre hinweg.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In Deutschland bleibt rund jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Unter Personen im Alter von 30 bis 34 Jahren, die noch keine Kinder haben, berichten laut Daten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend etwa 45 Prozent von einem unerfüllten Kinderwunsch. Gleichzeitig stieg der Anteil der 20- bis 50-Jährigen mit unerfülltem Kinderwunsch von 25 Prozent im Jahr 2013 auf 32 Prozent im Jahr 2020.
Noch besorgniserregender ist ein globaler Trend, der Wissenschaftler weltweit alarmiert hat. Eine wegweisende Metaanalyse unter der Leitung von Professor Hagai Levine, veröffentlicht im Jahr 2022 und basierend auf 288 Studien aus 53 Ländern mit Daten von 57.000 Männern, ergab: Die durchschnittliche Spermienkonzentration ist zwischen 1973 und 2018 um mehr als 51 Prozent gesunken - von 101,2 Millionen auf 49 Millionen Spermien pro Milliliter. Besonders alarmierend: Seit dem Jahr 2000 beschleunigt sich der Rückgang auf etwa 2,6 Prozent pro Jahr, mehr als doppelt so schnell wie der frühere Rückgang von 1,2 Prozent jährlich.
Die gute Nachricht: Die Fruchtbarkeit als Mann lässt sich schnell, unkompliziert und sogar von zuhause aus testen. Ob Sie aktiv versuchen, ein Kind zu zeugen, oder einfach wissen möchten, wo Sie stehen - ein Test gibt Ihnen Klarheit. Und Klarheit ist der erste Schritt zum Handeln.
Fruchtbarkeit Mann testen: Welche Möglichkeiten gibt es?
Wenn es darum geht, die männliche Fruchtbarkeit zu testen, stehen drei Hauptmethoden zur Verfügung. Jede hat ihre eigenen Vorteile und Grenzen. Das Verständnis der Unterschiede hilft Ihnen, den richtigen Einstieg für Ihre Situation zu finden.
1. Schnelltest für zuhause (Spermatest): Diese Tests messen die Spermienkonzentration mithilfe einer kleinen Menge Samenflüssigkeit und einer Testkassette. Das Ergebnis liegt in 5 bis 10 Minuten vor. Sie sind erschwinglich (in der Regel zwischen 10 und 30 EUR), vollständig anonym und erfordern keinen Arzttermin. Allerdings messen sie nur, ob die Spermienkonzentration über oder unter einem Schwellenwert liegt - üblicherweise 15 Millionen Spermien pro Milliliter, der unteren WHO-Referenzgrenze. Beweglichkeit (Motilität) und Form (Morphologie) der Spermien werden nicht erfasst.
2. Spermiogramm beim Arzt: Dies ist der Goldstandard der männlichen Fruchtbarkeitsdiagnostik. Ein Spermiogramm wird vom Urologen oder Andrologen durchgeführt und bewertet Konzentration, Gesamtspermienzahl, Motilität (progressiv und gesamt), Morphologie, Volumen, pH-Wert und weitere Faktoren. Die Kosten liegen zwischen 60 und 90 EUR und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel übernommen, wenn eine medizinische Indikation zur Kinderwunschbehandlung vorliegt. Die Ergebnisse liegen nach ein bis zwei Wochen vor.
3. Erweiterte Diagnostik: Zeigt das Spermiogramm Auffälligkeiten, können weitere Untersuchungen folgen. Dazu gehören Hormonanalysen (FSH, LH, Testosteron), genetische Tests (Karyotypisierung, Y-Chromosom-Mikrodeletionsanalyse), Skrotalultraschall oder spezialisierte Spermienfunktionstests wie die DNA-Fragmentierungsanalyse.
Für die meisten Männer ist die logische Reihenfolge klar: Beginnen Sie mit einem schnellen und günstigen Heimtest als erste Orientierung und folgen Sie bei Bedarf oder bei auffälligem Ergebnis mit einem professionellen Spermiogramm.
Spermatest für zuhause: So funktioniert der Schnelltest
Fruchtbarkeitstests für Männer sind in den letzten Jahren deutlich zugänglicher geworden. Sie funktionieren über den Nachweis eines Proteins namens SP-10 (auch Akrosomenprotein genannt), das sich auf der Oberfläche von Samenzellen befindet. Je höher die Spermienkonzentration in der Probe, desto stärker erscheint die Testlinie - ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest oder Corona-Schnelltest.
So führen Sie den Test durch - Schritt für Schritt:
Sammeln Sie zunächst eine Samenprobe im mitgelieferten Becher nach 2 bis 7 Tagen sexueller Abstinenz. Diese Karenzzeit ist wichtig, da zu kurze oder zu lange Abstände das Ergebnis beeinflussen können. Warten Sie anschließend etwa 15 bis 20 Minuten, bis sich die Probe bei Raumtemperatur verflüssigt hat. Mischen Sie dann mit der beigelegten Pipette eine kleine Menge Samenflüssigkeit mit der Pufferlösung gemäß der Anleitung. Tragen Sie die Mischung auf die Testkassette auf und lesen Sie das Ergebnis nach 5 Minuten ab.
So lesen Sie das Ergebnis: Zwei Linien (Kontroll- und Testlinie) zeigen eine Spermienkonzentration von 15 Millionen pro Milliliter oder darüber an - innerhalb des WHO-Normalbereichs. Eine Linie (nur Kontrolllinie) deutet auf eine Konzentration unterhalb dieses Schwellenwerts hin. Ein ungültiges Ergebnis (keine Kontrolllinie) bedeutet, dass der Test mit einer neuen Kassette wiederholt werden sollte.
Der parahealth diagnostics Schnelltest für männliche Fruchtbarkeit nutzt dieses SP-10-Kassettenformat und liefert das Ergebnis in nur 5 Minuten. Er bietet eine zuverlässige erste Einschätzung, ob die Spermienkonzentration im Normalbereich liegt - ideal als diskreter, schneller Check, bevor Sie über weiterführende Diagnostik entscheiden.
Wichtig zu verstehen: Spermien-Schnelltests für zuhause sind ein wertvolles Screening-Werkzeug, messen aber nur einen Parameter - die Spermienkonzentration. Die Fruchtbarkeit hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Motilität und Morphologie, die nur durch ein professionelles Spermiogramm beurteilt werden können. Ein positives Heimtest-Ergebnis ist beruhigend, ein negatives Ergebnis bedeutet aber nicht zwingend Unfruchtbarkeit - es bedeutet, dass weitere Untersuchungen sinnvoll sind.
Spermiogramm beim Arzt: Der Goldstandard der Diagnostik
Ein Spermiogramm ist die umfassendste Analyse der männlichen Samenflüssigkeit und gilt als Grundpfeiler der Fruchtbarkeitsdiagnostik. Es wird in der Regel von einem Urologen oder Andrologen durchgeführt und folgt standardisierten Protokollen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Ablauf eines Spermiogramms: Der Prozess beginnt mit der Probengewinnung, die idealerweise in der Arztpraxis stattfindet, um eine optimale Probenhandhabung sicherzustellen. Wie beim Heimtest wird eine Karenzzeit von 2 bis 7 Tagen empfohlen. Die Probe wird anschließend im Labor analysiert - entweder per manueller Mikroskopie oder computergestützter Spermaanalyse (CASA).
Anders als Heimtests bewertet ein Spermiogramm mehrere Parameter gleichzeitig: Gesamtvolumen der Samenflüssigkeit, Spermienkonzentration (Millionen pro Milliliter), Gesamtspermienzahl im gesamten Ejakulat, progressive Motilität (Spermien, die effektiv vorwärtsschwimmen), Gesamtmotilität (alle sich bewegenden Spermien), Morphologie (Anteil mit normaler Form), pH-Wert, Vorkommen weißer Blutkörperchen (die auf eine Infektion hinweisen können) und Verflüssigungszeit.
Kosten und Kassenleistung: Ein Basis-Spermiogramm kostet zwischen 60 und 90 EUR. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten, wenn die Untersuchung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung erfolgt - in der Regel nach mindestens 12 Monaten vergeblicher Versuche, schwanger zu werden. Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) variieren die Regelungen, die meisten erstatten die Samenanalyse jedoch als Bestandteil diagnostischer Maßnahmen.
Wichtig zu wissen: Spermiogramm-Ergebnisse können zwischen einzelnen Proben erheblich schwanken. Faktoren wie Krankheit, Stress, Schlafqualität und kürzlicher Alkoholkonsum können das Ergebnis beeinflussen. Deshalb empfehlen Ärzte häufig, die Analyse nach 4 bis 12 Wochen zu wiederholen, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.
Für ein tieferes Verständnis, was Testgenauigkeit in der Diagnostik bedeutet, lesen Sie unseren Ratgeber zur Sensitivität und Spezifität von Schnelltests.
Spermiogramm-Normwerte: WHO-Referenzwerte 2021 verstehen
Die Weltgesundheitsorganisation hat in der 6. Ausgabe ihres Laborhandbuchs im Jahr 2021 aktualisierte Referenzwerte für die Samenanalyse veröffentlicht. Diese Werte repräsentieren die 5. Perzentile fertiler Männer - das bedeutet, 95 Prozent der Männer, die innerhalb von 12 Monaten ein Kind gezeugt haben, hatten Werte auf oder über diesen Schwellenwerten. Es handelt sich nicht um "ideale" Werte, sondern um die unteren Grenzen des Normalbereichs.
Die wichtigsten WHO-Referenzwerte 2021:
Ejakulatvolumen: 1,4 ml oder mehr (zuvor 1,5 ml in der Ausgabe von 2010). Ein geringeres Volumen kann auf Probleme mit den Samenblasen oder der Prostata hindeuten oder durch unvollständige Probengewinnung verursacht sein.
Spermienkonzentration: 16 Millionen pro Milliliter oder mehr. Dies ist der Parameter, den Schnelltests für zuhause prüfen, üblicherweise mit einem Schwellenwert von 15 Millionen/ml.
Gesamtspermienzahl: 39 Millionen oder mehr pro Ejakulat. Dieser Wert kombiniert Volumen und Konzentration zu einer einzigen Kennzahl.
Progressive Motilität: 30 Prozent oder mehr der Spermien sollten effektiv vorwärtsschwimmen. Dies ist entscheidend für das Erreichen und Befruchten der Eizelle.
Gesamtmotilität: 42 Prozent oder mehr (zuvor 40 Prozent). Dies umfasst alle sich bewegenden Spermien, unabhängig davon, ob sie vorwärts oder im Kreis schwimmen.
Normale Morphologie: 4 Prozent oder mehr sollten eine normale Form aufweisen. Auch wenn diese Zahl niedrig erscheint: Selbst bei fertilen Männern hat nur ein kleiner Prozentsatz der Spermien eine lehrbuchmäßig perfekte Form.
Wenn alle drei Schlüsselparameter - Konzentration, Motilität und Morphologie - innerhalb dieser Referenzbereiche liegen, wird das Ergebnis als Normozoospermie klassifiziert, was eine normale Samenqualität anzeigt. Abweichungen haben spezifische medizinische Bezeichnungen: Oligozoospermie (niedrige Konzentration), Asthenozoospermie (eingeschränkte Motilität) und Teratozoospermie (abnorme Morphologie). Wenn alle drei Parameter betroffen sind, lautet die Diagnose Oligoasthenoteratozoospermie, häufig als OAT-Syndrom abgekürzt.
Das Verständnis dieser Werte hilft Ihnen, informierte Gespräche mit Ihrem Arzt zu führen und Ihre Spermiogramm-Ergebnisse sicher einzuordnen.
Ursachen für eingeschränkte Fruchtbarkeit beim Mann
Männliche Unfruchtbarkeit hat selten nur eine einzige Ursache. Laut den Leitlinien der European Association of Urology sind die häufigsten diagnostischen Befunde: idiopathische Infertilität (keine erkennbare Ursache, etwa 30 Prozent der Fälle), Varikozele (erweiterte Venen im Hodensack, 14,8 Prozent) und Kryptorchismus (Hodenhochstand, 8,4 Prozent).
Medizinische Ursachen:
Die Varikozele ist die häufigste behandelbare Ursache männlicher Unfruchtbarkeit. Die erweiterten Venen erhöhen die Hodentemperatur, was die Spermienproduktion und -qualität beeinträchtigt. Varikozelen finden sich bei etwa 15 Prozent aller Männer und bei bis zu 40 Prozent der Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen. Eine operative Korrektur reduziert die Spermien-DNA-Fragmentierung laut einer Großanalyse in Scientific Reports (86 Studien, mehr als 8.000 Männer) innerhalb von sechs Monaten um durchschnittlich 12 Prozent.
Hormonelle Störungen, insbesondere bei FSH (follikelstimulierendes Hormon), LH (luteinisierendes Hormon) und Testosteron, können die Spermienproduktion empfindlich stören. Erkrankungen wie Hypogonadismus, Schilddrüsenstörungen oder Hypophysentumore können die Hormonspiegel beeinflussen.
Genetische Faktoren sind für etwa 10 bis 15 Prozent der schweren männlichen Infertilität verantwortlich. Dazu zählen das Klinefelter-Syndrom (47,XXY-Karyotyp), Y-Chromosom-Mikrodeletionen und CFTR-Genmutationen (die ein Fehlen des Samenleiters verursachen können).
Lebensstil- und Umweltfaktoren:
Die Forschung zeigt konsistent, dass Lebensstilentscheidungen einen messbaren Einfluss auf die Spermienqualität haben. Rauchen senkt die Spermienkonzentration um geschätzte 15 bis 20 Prozent und erhöht die DNA-Fragmentierung. Adipositas (BMI über 30) ist mit niedrigeren Testosteronspiegeln und beeinträchtigter Spermienproduktion verbunden. Starker Alkoholkonsum (mehr als 14 Getränke pro Woche) wurde in mehreren Studien mit verminderter Samenqualität in Verbindung gebracht.
Umweltbelastungen sind ein wachsendes Forschungsthema. Endokrine Disruptoren in Kunststoffen (BPA, Phthalate), Pestiziden und Industriechemikalien wurden in Bevölkerungsstudien mit sinkenden Spermienzahlen assoziiert, auch wenn die genauen Mechanismen noch erforscht werden.
Wärmeeinwirkung - etwa durch längere Laptopnutzung auf dem Schoß, häufige Saunagänge, enge Unterwäsche oder berufliche Hitzebelastung - kann die Spermienproduktion vorübergehend beeinträchtigen, da die Hoden für eine optimale Funktion eine Temperatur von 2 bis 3 Grad unter der Körperkerntemperatur benötigen.
Das Alter wird als Faktor häufig unterschätzt. Obwohl Männer theoretisch bis ins hohe Alter Kinder zeugen können, zeigt die Forschung, dass die Spermienqualität ab etwa 35 Jahren allmählich abnimmt - mit zunehmender DNA-Fragmentierung und einem höheren Risiko genetischer Anomalien beim Nachwuchs.
Spermienqualität verbessern: Was die Forschung zeigt
Die ermutigende Nachricht: Viele Faktoren, die die Spermienqualität beeinflussen, sind veränderbar. Da die Spermienproduktion (Spermatogenese) etwa 72 bis 74 Tage dauert, benötigen Lebensstiländerungen in der Regel 3 Monate, bevor ihre Wirkung im Spermiogramm messbar wird.
Körperliche Aktivität: Eine von der Urologischen Stiftung Gesundheit veröffentlichte Studie ergab, dass Männer, deren Arbeit regelmäßiges Heben oder körperliche Tätigkeit umfasste, eine um 46 Prozent höhere Spermienkonzentration und eine um 44 Prozent höhere Gesamtspermienzahl aufwiesen als Männer mit überwiegend sitzender Tätigkeit. Moderate Bewegung (30 bis 60 Minuten, 3- bis 5-mal pro Woche) ist in Studien durchgehend mit besseren Samenparametern assoziiert. Allerdings kann exzessives Ausdauertraining (etwa Marathon oder Profiradsport) die Spermienqualität vorübergehend reduzieren.
Ernährung: Eine mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch, Nüssen, Vollkornprodukten und Olivenöl wurde in mehreren Beobachtungsstudien mit höheren Spermienzahlen und besserer Motilität in Verbindung gebracht. Eine Studie der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin untersuchte zudem die Auswirkungen von intermittierendem Fasten auf die Spermienqualität mit vielversprechenden vorläufigen Ergebnissen. Umgekehrt sind Ernährungsweisen mit viel verarbeiteten Lebensmitteln, Transfetten und Zucker mit schlechteren Samenparametern verbunden.
Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel: Mehrere Mikronährstoffe haben in klinischen Studien Vorteile für die Spermienqualität gezeigt. Zink (25 bis 50 mg täglich) unterstützt die Testosteronproduktion und Spermienreifung. Selen (55 bis 100 mcg täglich) schützt Spermien vor oxidativem Stress. Folsäure (400 bis 800 mcg täglich) ist an der DNA-Synthese während der Spermienproduktion beteiligt. Coenzym Q10 (200 bis 300 mg täglich) zeigte in randomisierten kontrollierten Studien Verbesserungen bei Motilität und Konzentration. Vitamin D scheint eine Rolle bei der Testosteronregulation und Spermienmotilität zu spielen, wobei die optimale Supplementierungsdosis noch erforscht wird.
Gewichtsmanagement: Bei übergewichtigen Männern kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts die Hormonspiegel und Samenqualität verbessern. Überschüssiges Fettgewebe wandelt Testosteron in Östrogen um und erzeugt so ein hormonelles Ungleichgewicht, das die Spermienproduktion beeinträchtigt.
Wärme vermeiden: Praktische Maßnahmen umfassen den Wechsel von engen Slips zu lockeren Boxershorts, das Vermeiden von Laptops direkt auf dem Schoß, die Begrenzung von Saunagängen in der Kinderwunschzeit und regelmäßige Pausen bei langem Sitzen.
Schadstoffbelastung reduzieren: Der Rauchstopp ist eine der wirkungsvollsten Veränderungen, die ein Mann für seine Fruchtbarkeit vornehmen kann. Ebenso wichtig ist die Begrenzung des Alkoholkonsums auf ein moderates Niveau (maximal 7 Getränke pro Woche) und der Verzicht auf Freizeitdrogen - insbesondere Cannabis, das nachweislich die Spermienmotilität beeinträchtigt.
Wann zum Arzt? Warnsignale und nächste Schritte
Heimtests und Lebensstiloptimierung sind ein hervorragender Ausgangspunkt. In bestimmten Situationen ist jedoch eine professionelle medizinische Abklärung ratsam.
Suchen Sie einen Urologen oder Andrologen auf, wenn:
Sie und Ihre Partnerin seit 12 Monaten oder länger vergeblich versuchen, schwanger zu werden (oder seit 6 Monaten, wenn die Frau über 35 ist). Dies ist die medizinische Standarddefinition von Infertilität und löst in der Regel eine umfassende Abklärung bei beiden Partnern aus.
Ihr Sperma-Schnelltest ein Ergebnis unter dem Schwellenwert zeigt. Auch wenn ein einzelnes niedriges Ergebnis nicht zwingend Unfruchtbarkeit bedeutet, sollte es durch ein professionelles Spermiogramm abgeklärt werden.
Sie körperliche Symptome bemerken wie Schmerzen oder Schwellungen im Hodenbereich, ungewöhnliche Verhärtungen, Veränderungen im Ejakulatvolumen oder -aussehen, oder Schwierigkeiten mit Erektion oder Ejakulation.
Risikofaktoren in Ihrer Vorgeschichte vorliegen, etwa Hodenhochstand, Hodenoperationen, Chemotherapie oder Bestrahlung, Mumps-Orchitis (Hodenentzündung nach Mumps-Infektion) oder bekannte genetische Erkrankungen.
Sie über 35 sind und eine Familiengründung planen. Angesichts der altersbedingten Abnahme der Spermienqualität ermöglicht ein frühzeitiger Test rechtzeitige Maßnahmen, falls nötig.
Was Sie beim ersten Termin erwartet: Der Arzt wird in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese beginnen, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Ein Spermiogramm wird angeordnet, bei Bedarf ergänzt durch Bluttests auf Hormone. Abhängig von den Ergebnissen bespricht Ihr Arzt die nächsten Schritte - von Lebensstiländerungen und Nahrungsergänzungsmitteln über medizinische Behandlungen wie eine Varikozele-Operation oder Hormontherapie bis hin zur Überweisung an ein Kinderwunschzentrum für assistierte Reproduktion (IUI, IVF oder ICSI).
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FAQ: Häufige Fragen zur männlichen Fruchtbarkeit
Was kostet ein Fruchtbarkeitstest für Männer?
Ein Sperma-Schnelltest für zuhause kostet zwischen 10 und 30 EUR und ist ohne Rezept in Apotheken und online erhältlich. Ein professionelles Spermiogramm beim Arzt kostet zwischen 60 und 90 EUR. In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für das Spermiogramm, wenn es Teil einer medizinisch indizierten Kinderwunschbehandlung ist - in der Regel nach 12 Monaten vergeblicher Versuche.
Wie genau sind Sperma-Schnelltests für zuhause?
Schnelltests, die das SP-10-Protein nachweisen, erkennen die Spermienkonzentration bei korrekter Durchführung mit einer Genauigkeit von etwa 95 bis 97 Prozent. Sie messen allerdings nur die Konzentration - nicht Motilität oder Morphologie. Ein positives Ergebnis (Konzentration über 15 Millionen/ml) ist ein gutes Zeichen, garantiert aber keine Fruchtbarkeit. Ein negatives Ergebnis sollte immer durch ein professionelles Spermiogramm abgeklärt werden.
Wie oft sollte man seine Spermien testen?
Wenn Sie aktiv versuchen, ein Kind zu zeugen, liefert ein einzelner Heimtest nützliche erste Informationen. Bei positivem Ergebnis und Eintreten einer Schwangerschaft innerhalb eines angemessenen Zeitraums ist kein weiterer Test nötig. Bei negativem Ergebnis oder ausbleibender Schwangerschaft nach 6 bis 12 Monaten empfiehlt sich ein professionelles Spermiogramm. Da die Spermienproduktion etwa 74 Tage dauert, sollte nach Lebensstiländerungen mindestens 3 Monate mit einem erneuten Test gewartet werden.
Beeinflusst Alkohol die Spermienqualität?
Ja. Forschungsergebnisse zeigen, dass starker Alkoholkonsum (mehr als 14 Getränke pro Woche) mit verringerter Spermienkonzentration, niedrigerer Gesamtspermienzahl und verminderter Motilität verbunden ist. Moderater Konsum (bis zu 7 Getränke pro Woche) scheint nur minimalen Einfluss zu haben. Während aktiver Kinderwunschversuche wird generell empfohlen, den Alkoholkonsum zu minimieren.
Was ist der Unterschied zwischen Sperma-Schnelltest und Spermiogramm?
Ein Schnelltest für zuhause misst einen Parameter: ob die Spermienkonzentration über oder unter etwa 15 Millionen pro Milliliter liegt. Ein Spermiogramm ist eine umfassende Laboranalyse, die Konzentration, Gesamtzahl, Motilität (progressiv und gesamt), Morphologie, Volumen, pH-Wert und weitere Faktoren bewertet. Der Heimtest ist ein Screening-Werkzeug, das Spermiogramm die vollständige diagnostische Untersuchung. Beide haben ihren Platz: Der Heimtest bietet einen schnellen, privaten Erstcheck, das Spermiogramm liefert das vollständige Bild, das Ihr Arzt für eine Diagnose benötigt.




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