Grippe-Symptome 2025/2026: Erkennen, Diagnostizieren und Schützen
Ein umfassender Ratgeber zur schweren Grippesaison 2025/2026 – mit aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), des ECDC und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Stand: März 2026.
Saisonüberblick 2025/2026: Was diese Saison besonders macht
Die Grippesaison 2025/2026 hat sich als eine der schwersten seit über einem Jahrzehnt erwiesen. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) begann die Grippewelle in Deutschland bereits in Kalenderwoche 48/2025 – drei bis vier Wochen früher als in den beiden Vorsaisons. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bestätigte, dass die Influenza-Aktivität in der gesamten EU/EWR-Region deutlich früher als in den Vorjahren anstieg. Besonders besorgniserregend ist das Auftreten einer mutierten Influenza-A(H3N2)-Variante, bekannt als Subclade K, die sich nach Festlegung der Impfstoffzusammensetzung entwickelt hat und somit die Impfeffektivität verringert.
Die Zahlen für Deutschland laut RKI bis Anfang März 2026:
In der letzten Februarwoche 2026 (KW 9) meldete das RKI-Sentinel, dass Influenza-A-Viren mit 28 % den größten Anteil aller nachgewiesenen Atemwegsviren ausmachten, gefolgt von saisonalen humanen Coronaviren (20 %) und RSV (16 %). Bei den schweren akuten Atemwegsinfektionen (SARI) im Krankenhausbereich entfielen 25 % der spezifischen Diagnosen auf Influenza. Obwohl die bundesweite Aktivität laut Experten seit dem Höhepunkt in KW 5/2026 rückläufig ist und die „Grippewelle als gebrochen" gilt, dauert die Saison weiter an.
Die Subclade-K-Variante: Der dominierende Stamm verstehen
Das dominierende Virus dieser Saison ist Influenza A(H3N2) Subclade K (offiziell als J.2.4.1 bezeichnet), das in der Medienberichterstattung als „Supergrippe" bezeichnet wurde. Laut ECDC sind unter den subtypisierten Influenza-A-Viren in Europa 75 % vom Typ A(H3N2). In Deutschland macht Subclade K laut RKI-Analysen 68 % aller getesteten Grippeviren dieser Saison aus, wobei auch A(H1N1)pdm09-Viren zirkulieren. Die virologische Analyse des Nationalen Referenzzentrums für Influenzaviren am RKI zeigt, dass die Subclade-K-Viren dominieren.
Wie Subclade K entstanden ist
Subclade K trägt sieben neue Mutationen, die dazu führen, dass das Virus vom H3N2-Stamm im Impfstoff 2025/2026 „abweicht". Es wurde erstmals im Juni 2025 in Europa entdeckt, nachdem die WHO bereits im Februar 2025 die Impfstoffzusammensetzung festgelegt hatte. In Deutschland hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bis Mitte Oktober 2025 bereits 18,5 Millionen Impfdosen für die Saison 2025/2026 freigegeben – zu einem Zeitpunkt, als die Diskrepanz mit Subclade K bereits bekannt war. Die Mutationen umfassen Veränderungen an einem wichtigen Oberflächenprotein (Hämagglutinin), wodurch es dem Immunsystem schwerer fällt, das Virus zu erkennen, selbst bei geimpften Personen.
Warum Subclade K schwerere Verläufe verursacht
Experten berichten, dass Subclade K intensivere Symptome verursacht als frühere Grippestämme. Patienten erleben höheres Fieber, stärkere Körperschmerzen und ausgeprägtere Hustenattacken. Die Variante wird auch mit erhöhten Hospitalisierungsraten und längeren Krankenhausaufenthalten in Verbindung gebracht, insbesondere bei älteren Erwachsenen. In Deutschland meldete die Apotheken Umschau, dass Anfang März 2026 bereits knapp 1.500 Todesfälle durch die Grippe registriert wurden, wobei 96 % der Verstorbenen 60 Jahre oder älter waren.
Subclade K ist auch für die schweren und frühen Grippesaisons verantwortlich, die diesen Winter im Vereinigten Königreich und in Japan beobachtet wurden. Das ECDC stufte die Situation in einem Risikobericht im November 2025 als besorgniserregend ein und empfahl den EU-Mitgliedstaaten verstärkte Vorbereitung. Die WHO hat festgestellt, dass es sich zwar um eine „bemerkenswerte Weiterentwicklung" der H3N2-Viren handelt, die aktuellen epidemiologischen Daten jedoch nicht zwingend auf eine grundlegende Zunahme der Krankheitsschwere jenseits der erwarteten antigenen Drift hindeuten. Die Intensivbetten-Auslastung in Deutschland blieb laut Berichten stabil – es gibt zwar Grippefälle auf den Intensivstationen, aber nicht wesentlich mehr als in vergangenen Wintern.
Hauptsymptome der Grippe
Die in dieser Saison beobachteten Grippesymptome stimmen mit typischen Grippeerscheinungen überein, sind jedoch aufgrund der Subclade-K-Variante intensiver und länger anhaltend. Hier die am häufigsten gemeldeten Symptome:
| Symptom | Beschreibung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Plötzliches hohes Fieber | Rascher Beginn, Temperatur über 38,5 °C | ~85 % der Fälle |
| Trockener Reizhusten | Unproduktiv und in dieser Saison deutlich ausgeprägter | ~74 % der Fälle |
| Starke Muskel- und Gelenkschmerzen | Symmetrische Schmerzen in großen Muskelgruppen (Oberschenkel, Rücken) | ~68 % der Fälle |
| Langanhaltende Erschöpfung | Anhaltende Müdigkeit über 2 bis 3 Wochen oder länger | ~62 % der Fälle |
| Kopfschmerzen | Oft stark, manchmal mit Lichtempfindlichkeit | ~60 % der Fälle |
| Schüttelfrost und Schwitzen | Abwechselndes Frieren und fieberhaftes Schwitzen | ~55 % der Fälle |
| Halsschmerzen und verstopfte Nase | Typischerweise milder als bei einer Erkältung | ~45 % der Fälle |
| Magen-Darm-Symptome | Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, besonders bei Kindern | ~23 % der Fälle bei Kindern |
Ein Unterscheidungsmerkmal der echten Grippe ist ihr plötzlicher Beginn: Symptome können sich innerhalb von nur 2 bis 3 Stunden entwickeln, wobei der Zustand rasch von „völlig gesund" zu „schwer krank" wechselt. Das unterscheidet sich deutlich von einer Erkältung, die sich allmählich über 1 bis 2 Tage entwickelt.
Warnsignale: Wann Sie sofort zum Arzt müssen
Während die meisten Grippefälle zu Hause innerhalb von 1 bis 2 Wochen abklingen, erfordern bestimmte Symptome sofortige ärztliche Versorgung. Das Erkennen dieser Warnsignale ist entscheidend, denn 9 % der hospitalisierten Patienten entwickeln Sekundärinfektionen und eine verzögerte Behandlung erhöht das Komplikationsrisiko erheblich.
Bei Erwachsenen
- Sauerstoffsättigung unter 90 % (gemessen mit Pulsoximeter)
- Atemfrequenz über 30 Atemzüge pro Minute
- Anhaltende Brustschmerzen oder Brustdruck
- Fieber über mehr als 5 Tage
- Verwirrtheit oder veränderter Bewusstseinszustand (in dieser Saison wurden 20 % mehr Enzephalitis-Fälle gemeldet)
- Anhaltender Schwindel oder Unfähigkeit, Flüssigkeit bei sich zu behalten
- Plötzliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung
Bei Kindern
- Schnelle oder angestrengte Atmung, Einziehungen am Brustkorb
- Bläuliche Hautfarbe oder Lippen (Zyanose)
- Schweres oder anhaltendes Erbrechen
- Kind wacht nicht auf oder reagiert nicht bei Wachheit
- Fieber über 40 °C
- Grippesymptome, die sich bessern und dann mit Fieber und schlimmerem Husten zurückkehren
Besonderheiten bei älteren Erwachsenen (65+)
Bei Menschen über 65 können typische Grippesymptome atypisch verlaufen. Etwa 15 % der älteren Grippepatienten haben Temperaturen unter 38 °C, was bedeutet, dass Fieber als Leitsymptom gänzlich fehlen kann. Achten Sie stattdessen auf neurologische Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit und anhaltenden Schwindel, die auf die systemische Auswirkung der Infektion hinweisen können. Bei älteren Patienten erhöht eine Grippeerkrankung das Herzinfarktrisiko um das 3- bis 5-Fache und das Schlaganfallrisiko um das 2- bis 3-Fache in den ersten zwei Wochen nach Infektion. Diese kardiovaskulären Risiken bleiben über mehrere Monate nach der Genesung erhöht.
Wer ist besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann jeder eine schwere Grippe entwickeln, doch bestimmte Gruppen haben ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und Tod:
| Risikogruppe | Wichtige Fakten (Saison 2025/2026) |
|---|---|
| Kinder unter 5 Jahren | Laut RKI-Sentinel entfielen in der Hochphase der Grippewelle mehr als die Hälfte aller atemwegsbedingten Krankenhausaufnahmen der 2- bis 34-Jährigen auf Influenza. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Kinder mit chronischen Erkrankungen. |
| Erwachsene ab 60 Jahren | 96 % der gemeldeten Grippe-Todesfälle in Deutschland betreffen diese Altersgruppe. Das RKI und die STIKO empfehlen explizit den Hochdosis- oder adjuvantierten Impfstoff für alle Personen ab 60 Jahren. H3N2 verursacht in dieser Gruppe besonders schwere Verläufe. |
| Schwangere Frauen | 4-fach erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung während der Schwangerschaft ausdrücklich als Indikationsimpfung. |
| Immungeschwächte Personen | Höheres Risiko für verlängerte Erkrankung, Sekundärinfektionen und Komplikationen einschließlich Lungenentzündung und Organschäden. Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung als Indikationsimpfung. |
| Menschen mit chronischen Erkrankungen | Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Nierenerkrankungen und neurologische Erkrankungen erhöhen das Hospitalisierungsrisiko erheblich. Laut RKI-Daten besteht bei diesen Gruppen ein deutlich höheres Risiko für grippebedingte Krankenhauseinweisungen. |
Grippe vs. Erkältung vs. COVID-19: Ein detaillierter Vergleich
Grippe, Erkältung und COVID-19 allein anhand der Symptome zu unterscheiden, ist eine Herausforderung, doch es gibt wesentliche Unterschiede, die bei der Einschätzung helfen. Studien zeigen, dass 42 % der selbstdiagnostizierten „schweren Erkältungen" sich später als echte Influenza herausstellen, weshalb eine genaue Identifikation für eine rechtzeitige Behandlung entscheidend ist.
| Merkmal | Grippe (Influenza) | Erkältung | COVID-19 |
|---|---|---|---|
| Beginn | Plötzlich (2 bis 3 Stunden) | Allmählich (1 bis 2 Tage) | Variabel (2 bis 14 Tage) |
| Fieber | Hoch (≥38,5 °C), plötzlich | Selten, meist mild | Häufig, variable Intensität |
| Muskel-/Körperschmerzen | Stark, weitverbreitet | Leicht bis mäßig | Mäßig |
| Erschöpfung | Intensiv, 2 bis 3 Wochen andauernd | Leicht, kurzfristig | Sehr variabel; kann langanhaltend sein |
| Husten | Trocken, bellend | Leicht bis mäßig | Trocken; kann anhaltend werden |
| Schnupfen/verstopfte Nase | Gelegentlich | Sehr häufig | Gelegentlich |
| Halsschmerzen | Gelegentlich | Häufig, oft erstes Symptom | Gelegentlich |
| Niesen | Selten | Sehr häufig | Selten |
| Kopfschmerzen | Häufig, oft stark | Selten | Häufig |
| Geschmacks-/Geruchsverlust | Selten | Selten (mild wenn vorhanden) | Seltener bei aktuellen Varianten, aber möglich |
| Magen-Darm-Symptome | Bei Kindern (23 bis 34 %) | Selten | Möglich (Übelkeit, Durchfall) |
| Typische Dauer | Akutphase: 3 bis 5 Tage; vollständige Erholung: 1 bis 3 Wochen | 7 bis 10 Tage | 5 bis 14 Tage; manche erleben Langzeitfolgen |
Die richtige Diagnose finden
Eine genaue Diagnose, welches Atemwegsvirus Ihre Symptome verursacht, ist in dieser Saison wichtiger denn je, nicht nur für die richtige Behandlung, sondern auch für wirksame Isolationsmaßnahmen und den Schutz gefährdeter Kontaktpersonen.
Warum Tests wichtig sind
Koinfektionen sind in dieser Saison ein erhebliches Problem. Internationale Daten zeigen, dass etwa jeder achte Grippepatient (12 %) gleichzeitig mit COVID-19 infiziert ist, während 8 % zusätzlich RSV aufweisen. In etwa 3 % der Fälle sind alle drei Infektionen gleichzeitig vorhanden. Die RKI-Sentineldaten aus KW 9/2026 bestätigen, dass in Deutschland neben Influenza (28 %) auch saisonale Coronaviren (20 %) und RSV (16 %) gleichzeitig zirkulieren. Solche Koinfektionen können Behandlungsentscheidungen erschweren und eine angemessene Therapie verzögern.
Die WHO empfiehlt Tests unter folgenden Bedingungen:
- Fieber und Husten innerhalb der ersten 48 Stunden der Erkrankung
- Plötzlicher Symptombeginn (innerhalb von weniger als 6 Stunden)
- Regionale Grippeaktivität übersteigt 15 %
- Der Patient gehört einer Hochrisikogruppe an
- Symptome verschlechtern sich plötzlich nach anfänglicher Besserung
Besonders bei Kindern führen die atypischen Magen-Darm-Symptome der H3N2-Subclade-K-Variante häufig zu Fehldiagnosen als Gastroenteritis. Ein Kombinationstest, der gleichzeitig auf mehrere Erreger prüft, kann solche Diagnosefehler verhindern.
Testmöglichkeiten
Moderne Testmethoden haben sich erheblich weiterentwickelt und liefern schnelle Ergebnisse, die Behandlungsentscheidungen innerhalb von Minuten statt Tagen ermöglichen.
| Aspekt | Schnelltest für zu Hause (Antigen) | Labortest (PCR) |
|---|---|---|
| Ergebnisdauer | 15 bis 30 Minuten | 24 bis 48 Stunden |
| Genauigkeit | 80 bis 90 % Sensitivität bei früher Anwendung | 95 bis 99 % Sensitivität (Goldstandard) |
| Ansteckungsrisiko | Minimal (Test zu Hause) | Erhöht (Wartezimmer-Exposition) |
| Verfügbarkeit | Sofort (Apotheke/Online) | Abhängig von Terminen |
| Multi-Erreger-Erkennung | Ja (Kombotests verfügbar) | Oft separate Tests erforderlich |
| Kosten | Niedriger, teilweise erstattungsfähig | Höher, oft versicherungsabhängig |
Etwa 90 % der Antigentests liefern zuverlässige Ergebnisse in der frühen Symptomphase. Das ermöglicht schnelle Behandlungsentscheidungen, was besonders bei antiviralen Medikamenten wichtig ist, die innerhalb von 48 Stunden am wirksamsten sind. Eine frühe Erkennung unterstützt nicht nur die Therapie, sondern ermöglicht auch gezielte Isolation zur Verhinderung weiterer Übertragung.
CordX Influenza A/B + COVID-19 Kombitest im Überblick
Der CE-zertifizierte CordX-Test (CE2934) hat sich als zuverlässige Option für die Heimdiagnose in dieser Saison etabliert. Er erkennt gleichzeitig Influenza A, Influenza B und SARS-CoV-2 in einem einzigen Test und liefert Ergebnisse innerhalb von 15 Minuten.
Wichtige Spezifikationen
- 91 % Übereinstimmung mit PCR-Laborergebnissen für die Influenza-Diagnose
- 99,3 % Spezifität: sehr niedrige Falsch-Positiv-Rate
- Gleichzeitige Erkennung von Influenza A/B und SARS-CoV-2
- Erkennt zuverlässig die derzeit dominierende H3N2-Subclade-K-Variante
- Ergebnisse innerhalb von 15 Minuten
- Nasenabstrich-Anwendung (für den Heimgebrauch geeignet)
Richtige Testanwendung
Für genaue Ergebnisse ist die richtige Anwendungstechnik entscheidend. Führen Sie den Tupfer 2 bis 3 cm tief in das Nasenloch ein und drehen Sie ihn 5 Mal pro Nasenloch. Eine falsche Anwendung kann die Genauigkeit um bis zu 40 % verringern. Testen Sie frühestens 24 Stunden nach Symptombeginn für optimale Ergebnisse und folgen Sie immer den beiliegenden Anweisungen.
Moderne Antigentests wie CordX erreichen 80 bis 90 % Sensitivität bei Anwendung in der frühen Symptomphase. Das macht sie zu einem wertvollen Werkzeug für schnelle Behandlungsentscheidungen.
Behandlung: Was tun, wenn Sie erkranken?
Für die meisten gesunden Menschen kann eine Grippe zu Hause mit Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und rezeptfreien Medikamenten zur Symptomlinderung behandelt werden. Doch zu wissen, wann eine ärztliche Behandlung nötig ist und welche antiviralen Optionen verfügbar sind, kann einen erheblichen Unterschied bei den Behandlungsergebnissen ausmachen.
Grundlegende Heimbehandlung
- Ruhe: Ihr Körper braucht Energie, um die Infektion zu bekämpfen. Kehren Sie nicht zur Arbeit oder Schule zurück, bis Sie mindestens 24 Stunden ohne fiebersenkende Medikamente fieberfrei sind.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel: Wasser, Brühe, Elektrolytlösungen und Kräutertees. Fieber erhöht den Flüssigkeitsverlust.
- Fiebermanagement: Paracetamol oder Ibuprofen können bei der Fieber- und Schmerzbehandlung helfen. Vermeiden Sie Aspirin bei Kindern und Jugendlichen wegen des Risikos des Reye-Syndroms.
- Sauerstoffüberwachung: Falls verfügbar, verwenden Sie ein Pulsoximeter zur Überwachung der Sauerstoffsättigung. Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn der Wert unter 94 % fällt.
Antivirale Medikamente
Antivirale Medikamente können die Dauer und Schwere der Grippe reduzieren, sind aber am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden. Aktuelle Optionen umfassen:
| Medikament | Verabreichung | Wichtige Fakten |
|---|---|---|
| Oseltamivir (Tamiflu) | Oral, zweimal täglich für 5 Tage | Am weitesten verbreitet. Von der WHO bedingt empfohlen für schwere Fälle. Verkürzt die Symptomdauer um 0,5 bis 3 Tage. |
| Baloxavir (Xofluza) | Einmalige orale Dosis | Von der WHO bedingt empfohlen für nicht schwere Hochrisikofälle innerhalb von 2 Tagen nach Beginn. Praktisches Einzeldosis-Schema. |
| Zanamivir (Relenza) | Inhaliert, zweimal täglich für 5 Tage | Alternative für Patienten, die keine oralen Medikamente einnehmen können. Nicht empfohlen für Menschen mit Asthma oder COPD. |
| Peramivir (Rapivab) | Einmalige intravenöse Dosis | Wird im Krankenhausumfeld für Patienten verwendet, die weder orale noch inhalierte Medikamente einnehmen können. |
Präventionsmaßnahmen
Prävention bleibt die wirksamste Strategie zur Bewältigung der Grippesaison. Eine Kombination aus Impfung, Hygienemaßnahmen und Umweltmaßnahmen kann Ihr Infektions- und Übertragungsrisiko erheblich senken.
Tägliche Präventionsgewohnheiten
| Maßnahme | Wirksamkeit | Anwendung |
|---|---|---|
| Händewaschen | Reduziert die Übertragung um bis zu 70 % | Mindestens 20 Sekunden mit Seife, mehrmals täglich, besonders nach dem Aufenthalt im öffentlichen Raum |
| Raumlüftung | Senkt die Viruslast in der Luft um ca. 50 % | Alle 2 Stunden Fenster für mindestens 5 Minuten öffnen, auch bei kaltem Wetter |
| Oberflächendesinfektion | Eliminiert bis zu 99 % der Viren | Häufig berührte Oberflächen (Türklinken, Telefone, Tastaturen) mindestens zweimal täglich reinigen |
| Atemhygiene | Reduziert die Tröpfchenausbreitung | Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch; Taschentücher sofort entsorgen |
| Menschenansammlungen meiden | Begrenzt Kontakt mit Infizierten | Zeit in überfüllten Innenräumen während der Grippehochsaison reduzieren |
| Mund-Nasen-Schutz | Reduziert Ein- und Ausatmen viraler Partikel | Erwägen Sie das Tragen in Gesundheitseinrichtungen oder überfüllten Räumen, besonders bei Immunschwäche |
Isolationsrichtlinien
Beim Auftreten von Symptomen ist sofortige Isolation entscheidend. Bleiben Sie isoliert, bis Ihre Körpertemperatur mindestens 24 aufeinanderfolgende Stunden unter 37,8 °C bleibt, ohne Verwendung fiebersenkender Medikamente. Das bedeutet typischerweise 5 bis 7 Tage ab Symptombeginn, wobei es in schweren Fällen oder bei immungeschwächten Personen länger dauern kann.
Grippeimpfung 2025/2026: Wirksamkeit und Empfehlungen
Trotz der Diskrepanz zur dominierenden Subclade-K-Variante bleibt die Grippeimpfung die wichtigste einzelne Präventionsmaßnahme gegen schwere Grippefolgen in dieser Saison. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ruft ausdrücklich zur Grippeschutzimpfung in Arztpraxen auf.
STIKO-Empfehlungen für 2025/2026
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen für die Saison 2025/2026 aktualisiert. Wichtige Neuerungen:
- Alle Impfstoffe sind nun trivalent (nicht mehr quadrivalent), da die Influenza-B-Yamagata-Linie weltweit nicht mehr zirkuliert.
- Für Personen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO explizit den inaktivierten Hochdosis-Impfstoff oder einen MF-59-adjuvantierten Impfstoff, da diese eine bessere Wirksamkeit zeigen als Standardimpfstoffe.
- Als Indikationsimpfung empfiehlt die STIKO die jährliche Grippeimpfung für Schwangere, chronisch Kranke, Immungeschwächte und beruflich Exponierte (z. B. medizinisches Personal).
- Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine neue Impfstoffalternative für alle Personen ab 60 Jahren in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen.
Impfeffektivität in dieser Saison
Der Grippeimpfstoff 2025/2026 richtet sich gegen drei Viren: Influenza A(H3N2), Influenza A(H1N1)pdm09 und Influenza B. Da Subclade K nach der Stammauswahl entstanden ist, besteht eine anerkannte Diskrepanz zum dominierenden zirkulierenden Stamm. Erste Daten aus europäischen Studien (an denen auch deutsche Sentinel-Standorte teilnahmen) zeigen dennoch bedeutsamen Schutz:
| Bevölkerungsgruppe | Wirksamkeit gegen ärztlich behandelte Erkrankung | Quelle |
|---|---|---|
| Kinder und Jugendliche (unter 18) | 52 bis 75 % | ECDC / England (PHE) |
| Erwachsene (18 bis 64) | 32 bis 57 % | ECDC / England (PHE) |
| Gegen Subclade K spezifisch | ca. 37 bis 40 % | Kanada (CIDRAP-Analyse) |
| Personen ab 60 (Hochdosis/adjuvantiert) | Höher als mit Standard-Impfstoff | STIKO / RKI |
Das RKI weist darauf hin, dass ältere Menschen aufgrund von Immunoseneszenz (altersbedingter Abnahme der Immunfunktion) oft eine reduzierte Immunantwort haben, weshalb gerade in dieser Gruppe die wirkungsverstärkten Impfstoffe empfohlen werden. Selbst bei reduzierter Wirksamkeit produziert der Impfstoff bei fast 40 % der Geimpften Antikörper, die Subclade K erkennen. Noch wichtiger: Die Impfung reduziert das Risiko schwerer Erkrankung, Krankenhausaufnahme und Tod erheblich, selbst wenn sie eine Infektion nicht vollständig verhindert.
Zusammenfassung: Diese Grippesaison bewältigen
Die Grippesaison 2025/2026 erfordert erhöhte Wachsamkeit von allen, insbesondere von Eltern kleiner Kinder, älteren Erwachsenen und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:
Früh erkennen. Ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, starken Körperschmerzen und trockenem Husten innerhalb weniger Stunden ist das Kennzeichen der Influenza. Tun Sie dies nicht als „schlimme Erkältung" ab: 42 % der Menschen, die glauben, eine schwere Erkältung zu haben, sind tatsächlich an Grippe erkrankt.
Früh testen, früh behandeln. Da Koinfektionen mit COVID-19 und RSV bei bis zu 12 % bzw. 8 % der Grippepatienten auftreten, sind Kombotests wertvoller denn je. Eine antivirale Behandlung ist innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn am wirksamsten, daher zählt jede Stunde.
Warnsignale kennen. Anhaltende Brustschmerzen, Verwirrtheit, Sauerstoffsättigung unter 90 % und Fieber über 5 Tage erfordern sofortige ärztliche Hilfe. Bei Kindern achten Sie auf schnelle Atmung, Brusteinziehungen und Magen-Darm-Symptome, die fehldiagnostiziert werden können.
Impfen und vorbeugen. Selbst bei reduzierter Wirksamkeit gegen Subclade K bleibt der Grippeimpfstoff der beste Schutz gegen schwere Verläufe. Kombinieren Sie die Impfung mit konsequenter Handhygiene, Lüftung und Isolation bei Erkrankung.
Gefährdete schützen. Jeder vierte tödliche Grippefall in dieser Saison begann mit milden Symptomen. Helfen Sie den Menschen in Ihrem Umfeld, insbesondere älteren Familienangehörigen und kleinen Kindern, sich frühzeitig testen und behandeln zu lassen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Symptome der aktuellen Grippevariante?
Die dominierende H3N2-Subclade-K-Variante verursacht die typischen Grippesymptome (plötzliches hohes Fieber über 38,5 °C, starker trockener Husten, intensive Muskel- und Gelenkschmerzen und anhaltende Erschöpfung), jedoch mit größerer Intensität als frühere Stämme. Kinder zeigen deutlich häufiger Magen-Darm-Symptome (Erbrechen, Durchfall) in bis zu 23 % der pädiatrischen Fälle. Außerdem wurden in dieser Saison 20 % mehr Enzephalitis-Fälle gemeldet, weshalb Verwirrtheit oder veränderte geistige Zustände ernst genommen werden sollten.
Wie lange dauert die Grippe in dieser Saison?
Die Akutphase dauert typischerweise 3 bis 5 Tage, aber die vollständige Erholung, insbesondere von der Müdigkeit, kann 2 bis 3 Wochen oder länger in Anspruch nehmen. Die Subclade-K-Variante scheint einen länger anhaltenden Husten und eine langwierigere Erschöpfung zu verursachen als in früheren Saisons, besonders bei älteren Erwachsenen.
Wann sollte ich in die Notaufnahme gehen?
Suchen Sie die Notaufnahme auf bei: anhaltenden Brustschmerzen, Atemnot, Sauerstoffsättigung unter 90 %, Verwirrtheit, Unfähigkeit, Flüssigkeiten bei sich zu behalten, oder Symptomen, die sich bessern und dann plötzlich verschlechtern. Bei Kindern sind schnelle Atmung, Brusteinziehungen und bläuliche Hautfarbe Notfallzeichen.
Lohnt sich die Grippeimpfung so spät in der Saison noch?
Ja. Solange Grippeviren zirkulieren, bietet die Impfung Schutz. Selbst mit der Subclade-K-Diskrepanz reduziert der Impfstoff das Risiko einer ärztlich behandelten Erkrankung je nach Altersgruppe um 32 bis 75 % und bietet noch stärkeren Schutz gegen schwere Folgen wie Krankenhausaufnahme und Tod. Die Bundesregierung und die KBV empfehlen die Impfung auch später in der Saison.
Welche Impfstoffe empfiehlt die STIKO für ältere Menschen?
Seit der Saison 2025/2026 empfiehlt die STIKO für alle Personen ab 60 Jahren explizit den inaktivierten Hochdosis-Grippeimpfstoff oder den MF-59-adjuvantierten Impfstoff. Diese wirkungsverstärkten Impfstoffe zeigen bei älteren Menschen eine bessere Immunantwort als Standardimpfstoffe, da die Immunfunktion im Alter nachlässt (Immunoseneszenz). Das Paul-Ehrlich-Institut hat für die Saison 2025/2026 insgesamt über 18,5 Millionen Impfdosen freigegeben.
Kann ich gleichzeitig Grippe und COVID-19 haben?
Ja. Koinfektionen sind in dieser Saison ein reales Problem: Etwa 12 % der Grippepatienten testen gleichzeitig positiv auf COVID-19. Ein Kombitest, der mehrere Erreger gleichzeitig erkennt, ist der effizienteste Weg, Koinfektionen zu identifizieren und eine angemessene Behandlung beider Erkrankungen sicherzustellen.
Wie erkenne ich, ob ich Grippe oder nur eine Erkältung habe?
Die Geschwindigkeit des Symptombeginns ist der stärkste Indikator. Grippe tritt plötzlich auf: Sie können innerhalb von Stunden von gesund zu schwer krank wechseln. Erkältungen entwickeln sich allmählich über 1 bis 2 Tage und verursachen eher auffälliges Niesen und eine laufende Nase bei nur leichter Müdigkeit. Bei Unsicherheit kann ein Schnelltest die Diagnose in 15 bis 30 Minuten bestätigen.
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Quellen und Referenzen
- Robert Koch-Institut (RKI): ARE-Wochenberichte KW 8 und KW 9, Saison 2025/2026
- RKI: GrippeWeb-Wochenbericht, aktuelle Saison 2025/2026
- RKI: Virologische Analysen im Nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren, Saison 2025/2026
- RKI / STIKO: Pressemitteilung zur Anpassung der Influenza-Impfempfehlung für Personen ab 60 Jahren (31.10.2024)
- RKI: FAQ Schutzimpfung gegen Influenza – Impfempfehlung und Wirksamkeit (Stand: 08.09.2025)
- Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Freigabe von Influenza-Impfstoffen für 2025/2026 (14.10.2025)
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Neue Impfstoffalternative für Personen ab 60 Jahren
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Aufruf zur Grippeschutzimpfung in Praxen (09/2025)
- ECDC: Risikoeinschätzung Influenza für EU/EWR (November 2025)
- ECDC: Frühe Schätzungen der Impfeffektivität in Europa (Wochen 41 bis 49, 2025)
- ECDC: Wöchentliche Überwachungsberichte saisonale Influenza
- WHO: Disease Outbreak News – Globale Influenza-Lage (2025)
- WHO: Klinische Praxisleitlinien für Influenza (Update 2024)
- Apotheken Umschau: Grippewelle 2026 – Bislang knapp 1.500 Todesfälle gemeldet (03/2026)
- PTAheute: Saison 2025/26 – Wie stark ist die Grippewelle? (12/2025)
- Deutsches Ärzteblatt: Grippeimpfstoff für 2025/2026
- Bundesregierung: Fragen und Antworten zur Grippe-Impfung
- Labor Enders: Daten zur aktuellen Influenzasaison 2025/2026 (03/2026)
- CIDRAP: Geschätzte Wirksamkeit des diesjährigen Grippeimpfstoffs
- Gavi: Subclade K Influenza-Analyse




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